Das individuelle Bild
Neben den universellen Eigenschaften Gottes, die sich in Sôngsang und Hyôngsang sowie in Yang und Yin ausdrücken, gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt: das sogenannte individuelle Bild. Dieses erklärt, warum jedes geschaffene Wesen, insbesondere jeder Mensch, einzigartige Eigenschaften besitzt.
Das individuelle Bild bezeichnet die Eigenschaft Gottes, die die Einzigartigkeit eines jeden Wesens hervorbringt. Während alle Wesen die gleichen grundlegenden Strukturen teilen, unterscheiden sie sich dennoch in ihrem konkreten Ausdruck. Beim Menschen zeigt sich dies besonders deutlich in individuellen Merkmalen wie Aussehen, Persönlichkeit und Charakter.
Diese Individualität wird in der Vereinigungsphilosophie nicht als zufällig verstanden, sondern als ursprünglich in Gott angelegt. Die einzigartigen Eigenschaften eines Menschen existieren bereits als Idee im Inneren Hyôngsang Gottes. Bei der Schöpfung wird diese Idee verwirklicht, sodass jedes Wesen eine eigene, unverwechselbare Form erhält.
Auch aus biologischer Sicht zeigt sich diese Individualität etwa in der DNA, die sich von Mensch zu Mensch unterscheidet. Die Vereinigungsphilosophie erklärt dies jedoch nicht nur naturwissenschaftlich, sondern führt diese Unterschiede letztlich auf das individuelle Bild Gottes zurück.
Wichtig ist dabei, dass das individuelle Bild nicht unabhängig vom universellen Bild existiert. Es handelt sich vielmehr um eine individualisierte Ausprägung derselben grundlegenden Eigenschaften. Mit anderen Worten: Jeder Mensch trägt Sôngsang und Hyôngsang sowie Yang und Yin in sich, jedoch in einer jeweils einzigartigen Form.
Der Zweck dieser Individualität liegt in der Freude Gottes. Durch die Vielfalt der individuellen Ausprägungen kann Gott eine einzigartige Freude an jedem einzelnen Wesen erfahren. Besonders der Mensch besitzt dabei einen hohen Wert, da er in direkter Ähnlichkeit zu Gott geschaffen wurde und seine Individualität besonders stark ausgeprägt ist.
Obwohl ein Mensch auch Eigenschaften von seinen Eltern erbt, erklärt die Vereinigungsphilosophie, dass seine vollständige Individualität nicht allein daraus hervorgeht. Vielmehr nutzt Gott die Eigenschaften der Eltern als Grundlage, verwirklicht jedoch gleichzeitig eine eigene, einzigartige Idee. Dadurch entsteht eine Individualität, die über reine Vererbung hinausgeht.
Im Gegensatz zu anderen philosophischen Ansätzen, die Individualität entweder als zufällig oder als Produkt der Umwelt betrachten, betont die Vereinigungsphilosophie ihren absoluten Wert. Da die Individualität im individuellen Bild Gottes gründet, besitzt sie eine grundlegende Bedeutung und sollte respektiert werden.