Die Struktur des ursprünglichen Bildes

Um sich den unsichtbaren Gott besser vorstellen zu können, behilft sich die Vereinigungsphilosophie mit zwei Konzepten, die Gott jeweils eine räumliche und eine zeitliche Struktur geben. Diese Konzepte nennt die Vereinigungsphilosophie Vier-Positionen-Grundstruktur und Vorgang von Ursprung-Teilung-Einheit. Es ist allerdings zu betonen, dass Gott außerhalb von Raum und Zeit existiert und diese beiden Konzepte nur Hilfsmittel sind, um ihn besser verstehen zu können. Diese beiden Konzepte sind in der Schöpfung sichtbar, und wir versuchen sie auf Gott zu übertragen, um ihn besser zu verstehen.

Vier-Positionen-Grundstruktur und der Vorgang von Ursprung-Teilung-Einheit

Wir beobachten, dass nichts isoliert existiert, sondern dass alles in Beziehung steht. Hinter jeder Beziehung zwischen zwei Entitäten, welche in der Vereinigungsphilosophie oft Subjekt und Objekt genannt werden, steht ein Zweck. Aus einer Wechselwirkung, ausgerichtet auf einen Zweck, entsteht ein Ergebnis. So sind die vier Positionen der Vier-Positionen-Grundstruktur zu verstehen. Der Zweck nimmt die Position des Ursprungs ein. Es ist grundsätzlich harmonisch und konfliktfrei, weil es im Herz, der Quelle der Liebe, begründed ist. Dann gibt es den initiierenden Teil, das Subjekt, und den reagierenden Teil, das Objekt, welche in einem Vorgang des Gebens und Empfangens miteinander agieren und schließlich das Ergebnis hervorbringen, welches als Einheit bezeichnet wird.

Aus früheren Teilen wurde erklärt, dass Gott aus Songsang und Hyongsang besteht. Sein Songsang besteht zusätzlich aus innerem Songsang und innerem Hyongsang. Die Vier-Positionen-Grundstruktur kann man jetzt auf Gott übertragen, wobei beim Ursprung eine Unterscheidung gemacht wird. In der Schöpfung nimmt der Zweck die Position des Ursprungs ein. Das liegt daran, dass alle geschaffenen Wesen aus einem Zweck erschaffen wurden, nämlich Gott Freude zurückzugeben. Jedes Wesen besitzt also allein durch seine Existenz bereits einen Zweck. Das lässt sich auf Gott nicht übertragen, denn Gott wurde nicht erschaffen, sondern existierte bereits von Anfang an. Betrachten wir Gott, so nimmt nicht nur ein Zweck die Position des Ursprungs seiner Vier-Positionen-Grundstruktur ein, sondern auch das Herz, als Quelle aller Motivation und allen Zwecks. Wenn Gottes inneres Songsang und Hyongsang, und auch sein ursprüngliches Songsang und Hyongsang, ausgerichtet auf das Herz in eine Beziehung treten, so entsteht daraus ein identitätserhaltendes Ergebnis. Diese beiden Vier-Positionen-Grundstrukturen sind für Gottes Absolutheit und Unveränderlichkeit verantwortlich.

Wenn Gottes inneres Songsang und Hyongsang, ausgerichtet auf einen Zweck, in eine Beziehung treten, dann entsteht Logos, also der Plan oder der Gedanke für eine Schöpfung. Weitergedacht entsteht die Schöpfung durch die Beziehung zwischen ursprünglichem Songsang und Hyongsang, ausgerichtet auf einen Zweck.

Wenn man die Vier-Positionen-Grundstruktur als eine räumliche Vorstellung versteht, dann kann man sich den Vorgang von Ursprung-Teilung-Einheit als einen zeitlichen Prozess vorstellen, angefangen mit einem Zweck oder, im Fall von Gottes identitätserhaltendem Prozess, dem Herz. Anschließend gibt es die Stufe von Subjekt und Objekt als Teilung und schließlich die Stufe der Einheit.